Operation – ja oder nein?

Operation – ja oder nein, das ist hier die Frage?

Die Zahl der Operation pro Jahr in Deutschland steigt immer weiter an. Sicher ist der medizinische Fortschritt gut, aber sind wirklich alle Operationen sinnvoll und notwendig?

Wenn du gerade vor der Entscheidung stehst, ob du dich operieren lassen sollst oder nicht, möchte ich dir ein paar wichtige Denkanstöße geben. Es geht hier nicht um Notfall-Operationen, sondern um geplante Operationen (OP), für die du einen Termin mit dem Chirurgen vereinbarst.

Konservative Behandlungen vor Operation

Konservative Behandlungen sind alle anderen Therapiemethoden außer Operationen. Ein chirurgischer Eingriff ist eine invasive Behandlung, die direkt in den Körper eindringt und ohne die Einwilligung des Patienten, eine Körperverletzung wären.

Bevor eine Operation durchgeführt wird, sollten alle relevanten konservativen Behandlungen angewendet werden und eine OP sollte der letzte Schritt für eine bisher erfolglose Therapie sein. Da eine Operation nicht wieder rückgängig gemacht werden kann und immer mit einer Vielzahl von Risiken behaftet ist, sollten zuerst alle anderen risikoärmeren Therapien durchgeführt werden.

Informiere dich gut

Nicht der Arzt entscheidet, ob du operiert wirst, sondern du selbst. Der Mediziner kann dich untersuchen, eine Diagnose stellen und dir eine Empfehlung für die Behandlungsmöglichkeiten geben. Bevor du für dich bzw. deinen Körper eine Entscheidung treffen kannst, brauchst du natürlich ausreichend viele Informationen. Wie willst du dich sonst für oder gegen etwas entscheiden, wenn du gar kein Wissen über die Sache hast.

Aufklärungspflicht des Arztes

Jeder Arzt hat die Pflicht, seinen Patienten über die angeratenen Behandlungsmethoden umfassend aufzuklären. Das heißt, nicht nur über die Operation an sich, sondern auch über Risiken, Nebenwirkungen und alternative Therapieformen. Es liegt in deiner Verantwortung nachzufragen, wenn du etwas nicht verstanden hast oder es dir nicht ausreichend erklärt wurde.

Frage genau nach, welche Alternativen es zur Operation gibt und welche Erfolgschancen dich erwarten. Du hast jederzeit das Recht, dir eine zweite Meinung einzuholen. Das heißt, du kannst, auch als gesetzlich Versicherter, mit deinem Problem zu einem zweiten Arzt gehen und um Rat fragen.

Ich würde dir sogar empfehlen zusätzlich zu einem guten Heilpraktiker zu gehen und auch dessen Rat in deine Entscheidung einfließen zu lassen.

Hole dir Informationen über deine Therapeuten ein. Es entstehen immer intensiver genutzte Bewertungsportale für medizinische Einrichtungen, bei denen du dich über Ärzte und andere Therapeuten über die Zufriedenheit ihrer Patienten informieren kannst.

Leidensgenossen befragen

Jeder Mensch ist ein Individuum und jeder reagiert auf eine bestimmte Therapie anders. Deshalb bekommst du keine Garantie, dass, was bei anderen hilft, bei dir auch helfen wird. Aber du bekommst einen Einblick, was dich erwartet, wenn du eine bestimmte Operation zulässt.

Du kannst auch dein/e Physiotherapeut/in oder Ergotherapeut/in befragen. Meist haben sie Erfahrungen mit Nachbehandlungen von verschiedenen Operationen und können dir eine Idee geben, was auf dich zu kommt.

Ursache für Beschwerden

Informiere Dich gut, ob die Operation wirklich die Ursache für dein Problem löst. Wenn damit nur Symptome behandelt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du hinterher die selben oder sogar mehr Beschwerden hast, sehr hoch. Stell dir selbst und dem behandelnden Arzt die Frage: Was passiert, wenn ich mich jetzt nicht operieren lasse?

Vorteile einer Operation:

  • Der Eingriff an sich ist meist schnell und ohne viel Aufwand seitens des Patienten vollbracht.
  • Angeborene oder erworbene Schäden am Körper können korrigiert und damit die eingeschränkte Funktion wieder hergestellt werden.

Nachteile einer Operation:

  • Es bleiben immer Narben zurück, die Störfelder in deinem Körper auslösen.
  • Die Betäubung kann Nebenwirkunken oder Unverträglichkeiten hervorrufen.
  • Du wirst nicht vom OP-Tisch hüpfen und springen wie ein junges Reh. Meistens folgt eine lange Rehabilitationszeit/Erholungsphase nach der OP. Nach dem chirurgischen Eingriff bist du eine gewisse Zeit, abhängig von der Größe der Operation, außer Gefecht gesetzt und kannst dich nur eingeschränkt und unter Schmerzen bewegen.
  • Es kann dir keiner garantieren, dass die OP gelingt und gut verläuft. Das heißt, es besteht immer ein Risiko, dass Komplikationen auftreten, die dann meist sehr schwerwiegend sind.
  • Auch im Heilungsprozess der Schnittwunden können nach der Operation Störungen entstehen, die wiederum neue Behandlungen notwendig machen.

Vorteile konservativer Behandlungen

  • Du kannst selbst etwas tun, damit du gesund wirst und kannst dann auch auf deine eigenen Erfolge stolz sein.
  • Wenn du merkst, dass dir etwas nicht bekommt oder nicht hilft, kannst du jeder Zeit die Behandlung abbrechen oder eine andere Therapieform wählen.

Nachteile konservativer Behandlungen

  • Es dauert oft länger und erfordert Eigeninitiative und Disziplin, um deutliche Erfolge zu spüren. Meist ist eine Umstellung liebgewordener Lebensgewohnheiten notwendig, um nachhaltig deinen Gesundheitszustand zu verbessern.

Vor- und Nachteile abwägen

Nach dem du dich umfassend informiert hast, kannst du abwägen, ob das Risiko einer Operation den Nutzen, den du für deine Gesundheit herausziehst, aufwiegt. Je mehr Wissen du hast, umso sicherer wird deine Entscheidung ausfallen.

Wenn du noch unsicher bist, dann ist mein ganz persönlicher Rat: Lass dich jetzt nicht operieren! (Wie gesagt, es geht hier nicht um Notfall-Operationen.) Deine Unsicherheit hat einen Grund. Es gibt meist eine Vielzahl von alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Zu einem späteren Zeitpunkt kannst du dich immer noch operieren lassen. Eine Operation ungeschehen zu machen – das geht leider nicht.

Ich wünsche dir ein langes und gesundes Leben!

Deine Andrea

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?

YouTube aktivierenOhne YouTube fortfahren