Dehnung und Bewegung gegen Beschwerden im Handgelenk

Was tun bei Beschwerden im Handgelenk?

Schmerzen und Bewegungseinschränkungen

Oft kommen Beschwerden im Handgelenk von einseitiger dauerhafter Belastung oder ungewohnten Bewegungen, die das Handgelenk kurzzeitig überlasten. Da die Muskeln durch die Überbelastung verspannen und verkrampfen, stehen die Sehnen und Bänder unter dauerhaftem Zug. Die Schmerzen können bis in den Unterarm ziehen und du hast das Gefühl, du kannst die Hand nicht frei bewegen.

Die meisten Muskeln für das Handgelenk ziehen vom Ellenbogen bis an die Fingerkuppen, so dass du die Finger beugen und strecken kannst. Deshalb strahlen die Schmerzen oft in die Hand und den Unterarm aus. Das Handgelenk ist dabei wie ein Engpass, an dem alle Strukturen, wie Muskeln, Sehnen, Nerven und Blutgefäße zusammengedrückt werden, wie bei einem enggeschnallten Gürtel. Deshalb kann es bei Überbelastung auch an dieser Stelle zu Entzündungen kommen.

Dehnung

Da wir den ganzen Tag mit unseren Händen arbeiten, zufassen und halten, neigt die Muskulatur am Arm sehr schnell zu Verspannungen. Dehnung ist hier wieder das Mittel der Wahl, um die Muskeln zu entspannen.

Dehnungsübung:

Im Sitz die Ellenbogen auf den Tisch stellen, dass die Hände nach oben zeigen. Lege die Handflächen aneinander und schiebe die Ellenbogen auf dem Tisch zu Seite auseinander bis du einen Dehnzug im Unterarm spürst. Achte darauf, dass die Handballen zusammen bleiben und die Finger ganz leicht gespreizt sind.

Intensivere Variante der Dehnungsübung:

Im Stand legst du eine Hand mit der Handfläche an eine Wand. Die Hand soll in Schulterhöhe sein und die Finger nach außen zeigen. Jetzt drehst du dich von deiner Hand weg, ohne dass die Hand sich mit bewegt. Am Beispiel der rechten Hand zeigen die Finger dann nach rechts und du drehst dich nach links. Wenn du einen starken Dehnzug im Unterarm fühlst, hältst du diese Position.

Dehnung mindestens 20 Sekunden halten, lieber noch länger, damit die Muskulatur die Chance hat, auf Länge zu gehen. Immer beide Seiten dehnen, damit sich niemand benachteiligt fühlt.

Bewegung und Finger ausstreichen

Da die Muskulatur bei Überbelastung eh schon zu sehr unter Spannung steht, empfehle ich in diesem Artikel keine Kräftigungsübung, sondern möchte dich lieber animieren, sanft zu bewegen und zu entspannen. Auch Bewegung kann eine Form der Entspannung sein, mit der die verspannten Muskeln gelockert und die Gelenke besser durchblutet werden.

Bewegungsübung für Handgelenk und Finger:

Im Sitz die Schultern ganz weit nach unten ziehen, also von den Ohren weg und die Ellenbogen so beugen, dass du die Hände anschauen kannst.

  • Hände aus dem Handgelenk kreisen, mehrmals rechts und links herum
  • Fäuste schließen und öffnen, dabei die Finger ganz lang heraus strecken
  • Finger spreizen und schließen, dabei die Finger überstecken
  • Zeige-,Mittel-, Ring- und kleinen Finger zum Daumen beugen und weg strecken, so dass sich die Fingerkuppen beim Beugen berühren

Fingerstreichen:

Umschließe mit den Fingern der einen Hand einen Finger der anderen. Reibe nun unter Zug vom Fingerballen bis zur Fingerspitze die Finger nacheinander ab, als ob du die nassen Finger trocken reiben willst.

Durch das Ausstreichen werden die Finger besser durchblutet und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert. An den Händen und besonders an den Fingerspitzen liegen ganz viele Akkupunkturpunkte, die einen positiven Einfluss auf deinen harmonischen Energiefluss haben.

Alltagstipp:

Finde den goldenen Mittelweg zwischen Belastung und Entlastung. Völliges Ruhigstellen ist genauso schädlich wie ständige Überbelastung. Suche also nach Entlastungsmöglichkeiten, wenn du deine Hände zu viel belastest, aber schone sie auch nicht zu viel.

 

Holistischer Ansatz

Halswirbelsäule

Aus der Halswirbelsäule entspringen die Nerven und Blutgefäße für die Arme und verzweigen sich, wie die Äste eines Baumes, bis in die Fingerspitzen. Wenn du Probleme mit der Halswirbelsäule hast oder z.B. einen verspannten Nacken, kann das auch Auswirkung auf deine Hände haben. Die verspannte Nackenmuskulatur kann, wie bei einem elektrischen Kabel, die Nerven und Blutbahnen abklemmen und somit werden die Arme und vor allem die Finger nicht richtig versorgt. Kribbeln in einem oder mehreren Fingen ist oft ein deutliches Zeichen für die Irritation der Nerven in der Halswirbelsäule. Es lohnt sich also, bei Beschwerden in der Hand nach dem Zustand der Hals- und Nackenmuskulatur zu schauen. So kannst du gegebenenfalls auch für den Nacken Dehnungsübungen machen. Dadurch verschaffst du den Nerven mehr Platz, so dass auch die Hände wieder besser arbeiten können.

Akupunkturpunkt Dickdarm 4

Ein sehr wirkungsvolle Punkt und gegen allerlei Beschwerden hilfreich ist der Akupunkturpunkt Dickdarm 4. Diesen Punkt kannst du selbst mit Akupressur stimulieren. Du findest Dickdarm 4 auf der Rückseite der Hand zwischen Daumen und Zeigefinger am Ende der Hautfalte. Drücke mit dem Daumen der anderen Hand an diesem Punkt gegen den verlängerten Zeigefinger bis du eine Stelle findest, die sehr unangenehm oder sogar schmerzhaft ist. Halte diesen Punkt ein paar Minuten oder so lang wie du es aushältst richtig kräftig gedrückt. Dann wiederhole das Ganze auf der anderen Seite.

Dieser Energiepunkt beeinflusst die Spannung des gesamten Körpers positiv und die Muskulatur wird zum Lockerlassen angeregt. Bitte nicht während der Schwangerschaft drücken!!!

 

Hinterlasse mir gern einen Kommentar, wenn du Frage zu diesem Thema hast.

Ich wünsche uns allen eine langes und gesundes Leben!

 

Deine Andrea

 

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